Die Suche nach dem Atommüllendlager
Noch eine Woche bleibt, um sich zu äußern! 

Da der Antrag von Ecolo zur Fristverlängerung der öffentlichen Konsultation abgelehnt wurde, bleibt jetzt nur bis Samstag, den 13. Juni, Zeit, um seine Meinung zur Grundsatzfrage “Welche Form der Atommüllendlagerung?” zu äußern.

Damit ihr alle wichtigen Infos habt, die ihr zum Ausfüllen der Umfrage benötigt, haben wir euch ein kleines Infopaket zusammengestellt.

Worum geht es überhaupt?

Die für die Lagerung von Atommüll zuständige Behörde NERAS hat eine Vision zur Atommüllendlagerung veröffentlicht, die sie der politischen Ebene vorschlägt. Dazu muss eine öffentliche Konsultation stattfinden. Doch es gibt Probleme: Wir befinden uns in einer Gesundheitskrise und dem daraus entstandenen Confinement, weshalb Partizipation und Information des Bürgers viel zu kurz kommen.

Aus dem Grund – und wegen Bedenken bei der Festlegung auf geologische Endlager – wollte Ecolo die Frist zur Einreichung von Kommentaren verlängern. Dies wurde jedoch abgelehnt. Deshalb versuchen wir nun möglichst vielen Leuten die Möglichkeit zu geben, an der Umfrage teilzunehmen und sich frühzeitig zu informieren. 

Was möchte die Umfrage?

Unter dem Titel “Denken Sie mit” kann man seine Meinung mitteilen. Das ist wichtig, da man aufgrund der Corona-Krise keine öffentliche Foren organisiert hat. Die Fragen sind folgende:

  • Soll es eine unterirdische (geologische) Endlagerung werden?
  • In Belgien?
  • Soll die Entscheidung jetzt festgelegt werden?
  • Sind Sie mit dem Prozess einverstanden?
  • Haben Sie selbst ein paar Anmerkungen?
Es gibt vieles, das man bei der Frage beachten muss:
Die technische Seite:

“Endgültige” Lager sind oft nicht so endgültig, wie man hofft. Es gibt zahlreiche Beispiele für unterirdische Lager, die wieder geöffnet wurden mussten – und das nach nur wenigen Jahren! Hier geht es um eine Zeitspanne von hunderttausendenen Jahren.

Die Frage der internationalen Zusammenarbeit:
Es braucht eine europäische Zusammenarbeit für internationale Lösungen und Möglichkeiten.
Muss die Entscheidung jetzt getroffen werden?
Bei so vielen offenen Fragen und inmitten in einer Gesundheitskrise, wenn öffentliche Anhörungen unmöglich sind, sicherlich nicht. Nachbarländer haben die Entscheidung bereits ausgesetzt und arbeiten an Zwischenlösungen.
Was ist mit der Umwelt?

Die Folgen eines solchen Lagers auf die Umwelt sind langfristig (weiter als 500 Jahre in die Zukunft) ebenso unsicher wie die Endlager vor Naturgegebenheiten und -katastrophen. Erdbeben, Korrosion, Wassereintritt sind nicht eindeutig vorhersehbar.

In Schweden wurden geologische Endlager deshalb sogar abgelehnt.

Gibt es keine Alternativen?
Die NERAS stellt in ihrem Bericht fest, dass es keine Alternativen gibt, jedoch ohne diese auszutesten oder näher zu beleuchten.

Seit 2011 wird NERAS/ONDRAF dazu aufgerufen, nach Alternativen zu suchen.

Und der Entscheidungsprozess?
Wie gesagt: Jetzt in aller Eile eine Entscheidung für die nächsten 300.000 Jahre zu treffen, ohne uns völlig und absolut sicher zu sein, ist nicht sinnvoll.

Diese Frage ist nicht nur eine politische, nicht nur eine technische oder finanzielle, sondern auch eine ethische.

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