Durch die tödlichen Überschwemmungen vom Juli 2021 im Wesertal wurde auch die Kläranlage Wegnez in der Gemeinde Pepinster zerstört. Diese Anlage zählt zu den größten in der Wallonischen Region. Die Anlage saniert Abwässer von über 110.000 Einwohnergleichwerten. Seit ihrer Zerstörung fließen die Abwässer der Region Verviers ungeklärt in den Fluss.
Bereits im Sommer befragte der Ecolo-Abgeordnete Freddy Mockel den wallonischen Umweltminister Yves Coppieters (Les Engagés) zu wiederholten Verzögerungen bei den Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme der Anlage. Der Minister stellte als neue Fristen Oktober 2025 für den Wiederanschluss der Anlage und Dezember 2025 für die vollständige Inbetriebnahme in Aussicht.
Da diese Fristen offensichtlich nicht eingehalten wurden, wandte sich Mockel Anfang Januar im wallonischen Parlament erneut an den Minister, um den Stand der Dinge zu erfahren.
Aus den erhaltenen Informationen geht hervor, dass bereits zwei Protokolle wegen Nichtausführung der Arbeiten erstellt wurden und Vertragsstrafen verhängt wurden. Das Protokoll der letzten Baustellenbesprechung vom 8. Dezember stellt eine Verzögerung von … 371 Tagen fest. Die neue Frist wurde auf April 2026 festgelegt. Auf die Frage nach den durch diese Verzögerungen verursachten Umweltschäden gab der Minister nur zaghaft an, dass die betroffenen wallonischen Einrichtungen und Behörden (AIDE, SPGE und SPW ARNE) sich das Recht vorbehalten, diese zu analysieren, ohne eine klare Absichtserklärung abzugeben.
Der grüne Abgeordnete bedauerte diese erneute Verlängerung der Fristen und die daraus resultierende zusätzliche Verschmutzung. Er zeigte sich auch erstaunt über die Verzögerung der Arbeiten, da viele andere Infrastrukturen weitaus schneller instand gesetzt worden seien. Irritierend ist vor allem, dass nach all dieser Zeit immer noch von nicht ausgeführten Arbeiten die Rede ist. „Es geht nicht nur um Verzögerungen bei den Arbeiten, sondern um die anhaltende Verschmutzung der Weser. Es gibt zwei Versäumnisse und zwei Schäden, die festgestellt und kompensiert werden müssen: den vertraglichen Teil der Arbeiten und einen Umweltteil“, schließt Mockel, der versichert, die weiteren Entwicklungen in der Angelegenheit aufmerksam zu verfolgen.
Freddy MOCKEL
Ecolo-Abgeordneter im Wallonischen Parlament
Bildquelle (Creative Commons): Arminia, CC BY-SA 3.0