Zu Anfang möchte ich darauf hinweisen, dass ich lange hin und her überlegt habe, ob ich diesen Text veröffentlichen möchte. Ich habe dazu positive Rückmeldungen gebraucht und das, obwohl ich eigentlich nie Probleme damit habe, meine Meinung zu vertreten. Und genau das hat mir gezeigt: „Es muss gesagt werden!“.

“Was soll das denn? Darf man keine Komplimente mehr machen?”, “Wenn man sich so anzieht, dann legt man es auch darauf an!”, “Das soll schon sexuelle Belästigung sein?”

Diese Parolen hört man in Verbindung der #MeToo Kampagne nur all zu häufig. Ich bin davon einfach nur genervt. Unangenehme Themen werden viel zu oft mit Schweigen belegt und wenn man sich hierzu äußert, dann ist man direkt eine Emanze – immer dieses Schwarz-Weiß-Denken.

Die Frage, die sich in meinen Augen stellt, ist: Wo sind die Grenzen eines Einzelnen? Nicht jede Frau empfindet jeden Spruch als gleich un- oder angenehm. Und ja, natürlich dürfen Komplimente vergeben werden. Es geht aber einfach darum, wie und mit welcher Intention. Es gibt nun Mal keinen Katalog der „Grenzüberschreitenden Floskeln“. Jeder Mensch ist anders und genau das sollte respektiert werden. Die aber auch DER eine freut sich über ein Augenzwinkern bei einer netten Begrüßung, die andere Person fühlt sich eher in die Ecke gedrängt.

Ich selber kenne das nur zu gut. Man überspielt sein Unwohlsein mit einem beschämten Grinsen oder sucht das Weite. Häufig stellt man sich die Frage: Habe ich das provoziert? Gehört das zum guten Ton? Doch einfach zu sagen: „Hey, das war mir gerade irgendwie unangenehm“, bringe ich im Alltag einfach nicht über die Lippen.

Wie jedoch soll mein Gegenüber dann meine Grenzen kennen lernen? Für mich ist das ein zweischneidiges Schwert und deswegen richte ich mich an die Männer, so wie an die Frauen: „Achtet auf euch! Lernt euch mit euren Grenzen kennen und traut euch diese auch mitzuteilen. Jeder hat ein Anrecht darauf für seine Gefühle einzustehen und sollte für diese respektiert werden!“

Für Ecolo-Ostbelgien
Martine Engels
Kommunikationsbeauftrage

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