Die Frage, wie wir unsere Städte und Gemeinden an die Folgen des Klimawandels anpassen, wird immer dringlicher. Der Sommer 2026 hat uns erneut und sehr konkret vor Augen geführt, dass es längst nicht mehr nur darum geht, über Klimaschutz zu sprechen. Wir müssen uns gleichzeitig auf die Folgen vorbereiten, die bereits heute spürbar sind.
In unserer Amtszeit haben wir zahlreiche Flächen begrünt- Prominentes Beispiel ist der Scheibler Park.
In der Opposition haben wir das Thema weiter besetzt. Bereits im Juni 2025 haben wir im Eupener Stadtrat unter anderem gefragt, wie die Stadt mit zunehmenden Hitzeperioden umgehen möchte und welche konkreten Maßnahmen vorgesehen sind, um die Bevölkerung – insbesondere vulnerable Menschen – besser zu schützen, bsp durch die Erstellung von Aktionsplänen mit anderen Akteuren (Kühlräume, gezielte Anrufe, Wasserspender ect).
Die Antwort war aus unserer Sicht ernüchternd: Für die Warnung der Bevölkerung bei Hitze seien in erster Linie die föderale Ebene und die Deutschsprachige Gemeinschaft zuständig. Die Frage zusätzlicher Wasserspender im öffentlichen Raum befindet sich in Bearbeitung.
Seitdem haben wir als Fraktion das Thema mehrfach wieder aufgegriffen und in den Sitzungen nach dem Stand der Dinge gefragt. Bis heute gibt es jedoch keine zusätzlichen Wasserspender. Vor allem aber ist für uns keine übergeordnete Strategie erkennbar, wie Eupen sich auf zunehmende Hitze- und Trockenperioden vorbereiten möchte.
Dabei geht es um wesentlich mehr als Wasserspender. Diese können eine konkrete und schnell umsetzbare Maßnahme sein. Klimaanpassung bedeutet aber auch, systematisch zu untersuchen: Wo entstehen in unserer Stadt besondere Hitzeinseln? Wo fehlen Schatten und Grün? Welche öffentlichen Plätze, Schulen, Kindergärten oder Einrichtungen sind besonders betroffen? Wie schützen wir ältere Menschen und andere vulnerable Gruppen? Wie gehen wir mit längeren Trockenperioden um? Wo können Bäume, Entsiegelung, Wasser und eine angepasste Stadtplanung dazu beitragen, unsere Stadt auch in Zukunft lebenswert zu halten?
Zuständigkeiten dürfen dabei nicht dazu führen, dass auf kommunaler Ebene nichts geschieht. Natürlich liegen Warnsysteme oder gesundheitspolitische Maßnahmen nicht allein in der Verantwortung einer Stadt. Aber die Gestaltung des öffentlichen Raums, Stadtentwicklung, Begrünung und viele konkrete Maßnahmen vor Ort werden sehr wohl kommunal mitgestaltet.
Dieser Sommer hat uns schmerzhaft gezeigt, dass Anpassung keine theoretische Zukunftsaufgabe mehr ist. Hitze, Trockenheit und Vegetationsbrände betreffen auch unsere Region. Deshalb braucht es neben dem notwendigen Klimaschutz eine konkrete Strategie für die Anpassung unserer Gemeinden an diese veränderten Bedingungen.
Wir werden als Fraktion deshalb weiter nachfragen und das Thema auf die politische Tagesordnung setzen. Nicht mit dem Anspruch, dass eine Stadt alle Probleme alleine lösen kann – sondern mit der Überzeugung, dass jede politische Ebene dort Verantwortung übernehmen muss, wo sie handeln kann.
Die Frage ist längst nicht mehr, ob wir uns anpassen müssen. Die Frage ist, wie schnell und wie gut wir damit beginnen.