Am Montag wird der Ecolo-Regionalabgeordnete Freddy Mockel im Rahmen einer allgemeinen Diskussion zum Vennbrand eine Interpellation an die zuständige Ministerin für Forst und Natur richten. Vor der Sommerpause und dem Brand hatte es bereits intensive Debatten im wallonischen Parlament gegeben, um die fehlenden Mittel der Forstverwaltung und die Abwehr von Waldbrandgefahren gegeben. 

Von Anne-Catherine Dalcq (MR) hatte man unmittelbar nach der Katastrophe wenig gehört. 

Jetzt möchte der grüne Politiker mehr Licht in die Verantwortlichkeiten der Regionalregierung und den Umgang mit der bekannten Gefahr bringen. 

In seiner Interpellation erfragt Mockel Informationen über die Rolle der Regierung bei den verschiedene Warnhinweisen (rote Fahne, unterschiedliche Anweisungen der Gouverneure, Finanz- und Personalmangel bei der Natur- und Forstverwaltung…). Diese Sachverhalte müssen korrekt aufgearbeitet werden. Dabei müsse man unbedingt auch nach vorne schauen, um aus den Geschehnissen die richtigen Lehren ziehen: bei der Vorbeugung, den Schadensbehebungen und der Renaturierung. 

Ecolo hat als Reaktion einen Fünf-Punkte-Plan aufgestellt, um eine Katastrophe mit einem solchen Ausmaß in Zukunft möglichst zu verhindern:

  1. Eine permanente digitale Überwachung des Gebiets um Brände frühzeitig zu erkennen;
  2. Eine angemessene finanzielle und personelle Aufwertung der jetzigen Situation in der Natur- und Forstverwaltung;
  3. Ein legislaturübergreifender Renaturierungsplan für das Hohe Venn;
  4. Eine regionale Koordination für diese Restaurierung;
  5. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit, ein umfassendes grenzüberschreitendes Projekt mit dem Nationalpark Eifel.

Ebenfalls zu den weiteren Auswirkungen des Vennbrand, wird Freddy Mockel am Dienstag den Umweltminister Yves Coppieters (LE) befragen. Fokus liegt dabei einmal auf der Trinkwasserqualität, aber auch mögliche Verschmutzungen von Bächen und Flüssen, die aus dem Hohen Venn gespeist werden.. Zuletzt möchte Mockel auch von Coppieters wissen, wie es um die Gesundheitsgefährdung von Ascheablagerungen auf Obst und Gemüseanbau bestellt ist? Dazu sei bisher nichts kommuniziert worden. Auch die Kommunikation zur Luftverschmutzung hatte viele Fragen auf geworfen.

 


Brand der Hohen Venn:

5 Vorschläge von Ecolo für Prävention, Schutz und Wiederaufbau

 

Fünf Jahre nach den verheerenden Überschwemmungen ist unsere Region erneut mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert – diesmal durch das Feuer.

Neben der Frage der Verantwortlichkeiten (wird die angekündigte Untersuchung auch klären, warum der Gouverneur der Provinz Lüttich bzw. die Regionalregierung nicht – wie in der Provinz Luxemburg – ein Verbot von Mäharbeiten angeordnet hat?) und der Bewertung der Schäden macht Ecolo fünf konkrete Vorschläge, damit sich eine solche Katastrophe möglichst nicht wiederholt und das Hohe Venn in all seinen Aspekten allmählich wieder aufleben kann.

 

1. Eine permanente digitale Überwachung von Bränden

Der Mensch kann nicht ständig und überall nach Brandausbrüchen Ausschau halten. Die bestehenden Beobachtungstürme und strategisch günstig gelegene Mobilfunkmasten sollen mit intelligenten Kameras ausgestattet werden, die gezielt Brandausbrüche automatisch erkennen und direkt mit den Rettungsdiensten verbunden sind. Eine konkrete Antwort auf zunehmend trockene und windige Sommer.

 

2. Ein Personalmangel, der vor Ort immer konkreter wird

Dies ist keine abstrakte Warnung mehr: Beispielsweise werden ab 2027 werden mehrere Forstämter rund um das Hohe Venn nur noch über einen einzigen oder sogar über gar keinen Forstarbeiter mehr verfügen. Dabei spielen gerade Revierförster, Forstarbeiter, … eine wichtige präventive Rolle auf dem Terrain. Ecolo fordert die Ministerin auf, ab 2027 wieder für ein angemessenes Budget der Forstverwaltung (DNF) zu sorgen.

 

3. Ein langfristig angelegter Plan zur Restaurierung des Venns 

Die einzig wirklich nachhaltige Antwort zur Eindämmung der Vennbrände besteht darin, dem Venn seine Feuchtgebiete zurückzugeben, die seit über einem Jahrhundert angelegten Entwässerungsgräben zu verschließen und die aktiven Hochmoore wiederherzustellen. Es handelt sich dabei um eine langfristige Aufgabe, die stetig und über Jahre hinweg fortgeführt werden muss. 

Dort, wo dies bereits geschehen ist, überstand das Venn den Brand weitaus besser. Ein renaturiertes Venn schützt zudem bei Starkregen die anliegenden Täler vor Überschwemmungen.

 

4. Ein regionaler Koordinator für die Restaurierung

Angesichts der Vielzahl an betroffenen Fachbereichen und Akteuren möchte Ecolo eine.n „Koordinator.in für die Restaurierung des Hohen Vennsvorsehen. Dieser Vorschlag wurde bereits am 26. August in der ersten Ausschusssitzung des Wallonischen Parlaments zum Vennbrand eingebracht.

 

5. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Eifel

Direkt hinter der Grenze hat sich der Nationalpark Eifel innerhalb von 20 Jahren zu einem bedeutenden Raum für Tourismus und Biodiversität entwickelt.

Ein gemeinsames grenzüberschreitendes Projekt könnte eine Win-win-Situation schaffen: biologische Korridore stärken, die Biodiversität wiederherstellen und die touristische Attraktivität der gesamten Region steigern.