In der gestrigen Kontrollsitzung des Unterrichtsausschusses im PDG ging es unter anderem um das kommende Schuljahr. Wir haben einige Erkenntnisse und Herausforderungen aus einer interessanten Sitzung für euch zusammengestellt. Eins ist leider bereits gewiss: Ein Alltag wie vor Corona wird zunächst nicht möglich sein. Hier gibt’s die Diskussion als Video:
Der Rahmen für das kommende Schuljahr ist gesteckt. Zu Beginn des Schuljahres wird voraussichtlich die Phase Gelb herrschen, die Vorgaben entsprächen dann in Kindergarten und Primarschule denen der letzten Wochen. In den Sekundarschulen fände dann an 4 von 5 Tagen Unterricht statt. Da bei Kindern über 12 Jahren wahrscheinlicher und Symptome ernster zu sein scheinen, gelten hier strengere Vorgaben, z. B. zu physischer Distanz und zum Tragen einer Maske.

Die Organsiation des Unterrichts stemmen die Schulen selber. Das wird unter Berücksichtigung der strengen Vorgaben eine enorme Herausforderung. Daher sollten die Schulen nun die Erkenntnisse der letzten Wochen überprüfen: Was hat geklappt? Wo muss nachgebessert werden? Wofür müssen ganz neue Überlegungen und Konzepte her?

Der hohe Aufwand, den Schulen für die Kontaktblasen betreiben, macht nur Sinn, wenn sie im Fall einer Covid-19-Diagnose den vorgegebenen Weg mit Kaleido Ostbelgien gehen und wenn wir alle die Vorgaben des NSR berücksichtigen: auf Handhygiene und physische Distanz achten, in die Armbeuge niesen und husten und die Zahl der direkten sozialen Kontakte begrenzen.

Der Weg des Austauschs, den viele Lehrpersonen und Schulleitungen in der Zeit der Schulschließungen begonnen und etabliert haben, kann hilfreich sein. Nach dem Motto „Voneinander und miteinander lernen“ können Erkenntnisse ausgetauscht und sinnvoll genutzt werden.

Jede Schule sollte bereits Planungen für die Phasen Orange und Rot anstoßen. In diesem Fall wird in den Sekundarschulen der Unterricht vor Ort zurückgefahren. Daher muss die Phase des Homeschoolings evaluiert werden, um für eine mögliche weitere Phase die nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Dabei werden Computer und Internet voraussichtlich eine wichtige Rolle spielen. Die nötigen Fähigkeiten sollten also ab September vermittelt werden.

Eine wichtige Rolle dabei können Weiterbildungen spielen. Die Weiterbildungsangebote sollten dafür ergänzt werden, damit Lehrpersonen bedarfsgerecht geschult werden können.

Erkenntnisse und Hilfestellung erhalten Schulen außerdem in den zuständigen Diensten des Ministeriums, an der AHS und in den Fachberatungen.

Probleme erwarten Schulen voraussichtlich, wenn mehrere Lehrpersonen mit Krankheitssymptomen in Quarantäne müssen. Die Entscheidung über den jeweiligen Umgang mit einer Krankheit liegt beim behandelnden Arzt. Doch Schulen brauchen mindestens so viele Lehrpersonen, wie Kontaktblasen. Hier werden Kollegien kreativ werden müssen, denn …

… in der Regel lassen die Ergebnisse eines Covid-19-Tests 2 bis 3 Tage auf sich warten,

… eine Krankheitsvertretung ist erst ab einer Krankschreibung über mindestens 5 Tage möglich,

… in Zeiten von Lehrermangel sind auch Vertretungslehrer*innen „Mangelware“.

Lösungen für dieses Problem haben wir kaum gehört, aber im absoluten Ernstfall kann die Zusammenstellung von Klassenblasen angepasst werden.

Doch es gibt unzählige weitere Alltagsprobleme, die unseren Schulen begegnen werden:

  • Organisation der Pausen bei mehr Kontaktblasen als Bereichen auf dem Pausenhof,
  • Planung der Wahlfächer in den Sekundarschulen,
  • Umsetzung eines kooperativen und schüleraktivierenden Unterrichts trotz Abstands in den Sekundarschulen,
  • Berücksichtigen von Nebenfächern, Sport- und Religionsunterricht,
  • Elternkontakte „aus der Ferne“, etc.

Wir wünschen allen Schulen ein gutes Gelingen bei der Planung des kommenden Schuljahres.

Aber vorher wohlverdiente, erholsame Ferien!

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