Einwegplastik ist nicht mehr zukunftsfähig. Das haben Sie vermutlich schon vor 20 Jahren gehört. Ab nächstem Jahr, wenn uns denn das Jahr 2020 irgendwann loslässt, wird „Wegwerfplastik“ in der EU aus dem Verkehr gezogen. Das ist ein lang ersehnter und wichtiger Schritt.

Etwa 7 Millionen Tonnen Plastik landen jedes Jahr im Meer. Rund drei Viertel des gesamten Abfalls im Meer besteht aus Plastik, Tendenz steigend. Zu solchen abstrakten Zahlen gesellen sich die konkreten Bilder, die wir alle kennen und auf den sozialen Medien teilen: Fische, die an Mikroplastik verendet sind; Vögel, die in Plastikringen hängen; Menschen, die die Tonnen von Plastik, die an ihre Strände gespült werden, aufräumen und eine buchstäbliche Sisyphosarbeit leisten.

Dabei ist Einwegplastik nicht alternativlos. Bei einer Vielzahl von Verpackungen kann man Plastik ersetzen oder im Idealfall einfach weglassen. Der beste Müll ist schließlich der, der gar nicht erst ensteht. Von Möbeln über Elektrogeräten, Büro, Schreibwaren und Gemüse: Allein Wellpappe kann mehr als die Hälfte des Plastiks bei solchen Verpackungen ersetzen. Nehmen wir alle Varianten und Möglichkeiten zusammen, dann wird man auch zu einer lebbaren, plastikfreien Alternative kommen.

Doch gerade jetzt, in der Vorbereitung dieser Umsetzung, finden viele Hersteller und Unternehmen Schlupflöcher und besondere Gründe, warum ihr Plastik nötig und nützlich ist. Oder in Extremfällen: Warum ihr Einwegplastik gar kein Einwegplastik ist und deshalb auch nicht verboten werden darf. Dem muss man den Riegel vorschieben, damit dieser nützliche Schritt in die richtige Richtung nicht wirklungslos wird. Lobbyismus schadet hier dem Fortschritt und bereits jetzt haben über 100.000 Menschen eine Petition dagegen auf WeMove.EU unterschrieben.

Wenn es um Plastik geht, dann sind aber nicht nur Politiker und Firmen am Ruder. Wir als Konsumenten können entscheiden, wieviel Plastik wir einkaufen. Wer also bewusst Dinge kauft, die nicht in Wegwerfplastik verpackt sind, der hilft beim Umweltschutz und zeigt den Firmen, dass dieses Wegwerfplastik ausgedient hat. Dann lohnen sich auch die Lobbyisten und Anwälte, die Grauzonen ausmerzen, nicht mehr und wir sind einen Schritt weiter.

Michael Klütgens
Ecolo Mitarbeiter

Bildquelle: https://de.statista.com/infografik/10463/daten-und-fakten-zu-plastikmuell-in-den-weltmeeren/

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