Während der Plenarsitzung des Parlamentes am 12. Oktober sprach Inga Voss zum Zusammenarbeitsabkommen, das den Austausch von Daten im Bereich des Tax-Shelter-Prinzips regelt. Dabei erklärte sie, warum das Prinzip seinen Sinn hat und für die Produktionen, die Unternehmen und den Staat eine Win-Win-Win Situation ist. Ihre vollständige Rede als Text und Video hierunter.
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen, dass in Belgien besondere Kompromisse zu Verbesserungen führen haben wir nicht zuletzt vor knapp zwei Wochen bei der föderalen Regierungsbildung gelernt. Bereits seit einigen Jahren praktiziert Belgien das Prinzip des Tax-Shelters für audiovisuelle Produktionen – also der Möglichkeit für Unternehmen, Teile ihres Gewinns zu Steuervorteilen in audiovisuelle Produktionen zu investieren. Das klingt wie ein Win-Win-Win und damit eigentlich zu gut, um wahr zu sein. Ist es aber nicht: Es ist so gut wie es klingt. Es bringt Geld in den audiovisuellen Sektor, das sonst vermutlich niemals dorthin gelangt wäre. Gerade vor dem Hintergrund von Einsparungszwängen, oder -wüten wie bei den flämischen Kollegen ist dieser Sektor auf solche Prinzipien angewiesen. Es ist eine wichtige Stütze zusätzlich zu staatlichen Hilfen, die a. staatswirtschaftlich gesehen das Kapital im Umlauf hält, b.Produktionen mit größeren Summen unterstützt als das der Staat könnte, c. den Firmen Steuervorteile gibt und d. durch den Aufbau neuer Produktionen im Standort Belgien eben unserem Land eine Hilfe ist. Belgische Filme und Serien haben in den letzten Jahren hohe Resonanz international gehabt. Das kann man nicht als Zufall abtun, sondern ist ein Resultat solcher Möglichkeiten. Wir hoffen im Übrigen, dass die Erstellung eines Informationsportals, welches im Ausschuss angesprochen wurde bald in Angriff genommen wird und dann auch in deutscher Sprache verfügbar sein wird. Übrigens möchte ich an dieser Stelle klarstellen, dass wir als politische Instanz durch die Tax-Shelter Operationen nicht aus der Verantwortung entlassen ist, den Sektor zu stützen. Von den kleinen Dorfbühnen bis hin zu großen Filmproduktionen sollte man Chancen aufbauen, wo es möglich und sinnvoll ist. Wir möchten an dieser Stelle auch ausdrücklich unsere Freude darüber betonen, dass Bühnenproduktionen ebenso vom Tax-Shelter Prinzip profitieren. Übrigens: Dass in Zukunft auch Videospielproduktionen in dieses Prinzip integriert werden könnten ist ein interessanter Ansatz, der zwar nicht hier entschieden werden wird, aber dennoch durch die rasant wachsenden Wirtschaftszweige von Videospielen und E-Sports sicherlich interessant für den Wirtschaftsstandort Belgien ist. Aus diesen Gründen werden wir dem heute vorliegenden Zusammenarbeitsabkommen, welches den Informationsaustausch zu Tax-Shelter Operationen zwischen den Behörden regelt, auch zustimmen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, Inga Voss
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