Unter dem Motto “Frischer Wind für Ostbelgien“ fand am Samstag, dem 21. März 2026, das traditionelle Frühlingsfest von Ecolo Ostbelgien, statt. Die Veranstaltung zog zahlreiche Mitglieder und Sympathisanten der Partei nach Raeren, darunter auch Gäste aus dem deutschen Grenzland, Verviers, Lüttich, Brüssel und der Wallonie.

Regional-Co-Präsidentin Franziska Franzen eröffnete das Fest mit einem klaren Appell: In einer zunehmend unsicheren Zeit, geprägt von wachsenden internationalen Spannungen, Kriegen und dem Erstarken rechtsextremer Ideen, gerieten zentrale Werte wie Solidarität, Diplomatie und Nachhaltigkeit immer stärker unter Druck. Auch in Belgien nehme die soziale Unsicherheit zu, während gleichzeitig ökologische Fragen zu oft in den Hintergrund rückten. Gerade deshalb brauche es eine Politik, die Verantwortung übernimmt, auch dann, wenn Entscheidungen nicht kurzfristig populär sind, betonte Franzen.

In seiner Rede hob der frisch gewählte Partei-Co-Präsident Gilles Vandenburre vor allem die Bedeutung der lokalen Verankerung hervor: Ecolo Ostbelgien sei nah an den Menschen, in den Gemeinden, im Vereinsleben und im Alltag präsent, betonte Vandenburre. Gleichzeitig machte er deutlich, dass politische Entscheidungen stärker zwischen den Ebenen abgestimmt werden müssten, von der Gemeinde bis zur Föderalebene.

Sarah Schlitz, Ecolo-Abgeordnete in der Kammer betonte die gute Zusammenarbeit zwischen den Ecolo-Abgeordneten in den verschiedenen Parlamenten: „Fortschritte bei sozialen Themen zum Beispiel entstehen nur dort, wo Zusammenarbeit auch funktioniert.” Etwa bei der Forderung nach einem Statut für pflegende Angehörige, für die die Ecolo-Fraktion im PDG in Zusammenarbeit mit den anderen parlamentarischen Ebenen eine Resolution erarbeitet und eingebracht hat. “Wir setzen uns dafür ein, dass die Stimmen aller Regionen im politischen Prozess gehört werden.” schloss Schlitz.

Freddy Mockel, Ecolo-Abgeordneter im Wallonischen Parlament hob die Stärken Ostbelgiens hervor: „Gerade beim Thema Energie zeigt sich, wie entscheidend Zusammenarbeit ist, damit Projekte vor Ort tatsächlich umgesetzt werden können.” Darüber hinaus stehe man in der gesamten Wallonie, auch in Ostbelgien, vor der Herausforderung, die Energienetze kurzfristig zukunftssicher zu machen. Überhaupt stand das Thema Energieversorgung im Zentrum der Veranstaltung.

In ihrer Rede zu Energie und Windkraft machte Fabienne Colling, Ecolo-Abgeordnete im PDG, deutlich: “Die Menschen sind längst weiter als die Politik.” Viele Bürgerinnen und Bürger investierten heute schon in Photovoltaik, Wärmepumpen oder beteiligten sich an Windkraftprojekten, um die lokale Energieversorgung voranzubringen. Nicht weil man es von ihnen verlange, sondern einfach weil es Sinn mache. Gleichzeitig werde die Energiewende vor Ort ausgebremst. „Das Problem ist nicht die Akzeptanz – sondern fehlende politische Entscheidungen“, so Colling. Die Deutschsprachige Gemeinschaft, unter der ProDG-geführten Regierung, müsse dabei eine deutlich aktivere Rolle übernehmen, als bisher und ihre Gemeinden auch konkret unterstützen.

Die Schöffen aus Raeren (Guido Deutz), Sankt Vith (Gaby Schröder) und Bütgenbach (Stephan Noël) berichteten aus der Praxis: Windkraftprojekte erforderten jahrelange Vorbereitung, breite Bürgerbeteiligung und erhebliches Engagement vor Ort. Gleichzeitig stoßen viele Projekte an politische und administrative Grenzen. Besonders militärische Auflagen in der Eifel führten aktuell zu großer Planungsunsicherheit. Für Ecolo ist klar: Diese Hürden sind keine Zufälle, sondern das Resultat politischer Entscheidungen. Gemeinden müssten besser begleitet, Verfahren klarer koordiniert und Blockaden frühzeitig gelöst werden.

Das Fest endete mit einem Appell von Franziska Franzen, die die Gäste einlud, sich aktiv einzubringen, in ihren Vereinen, ihren Dorfgemeinschaften aber auch in der Partei, den Austausch zu suchen und die Diskussion über die zukünftige Energieversorgung Ostbelgiens fortzuführen. Das Frühlingsfest 2026 zeigte deutlich: Lokales Engagement, die Zusammenarbeit über alle politischen Ebenen hinweg und die Vernetzung mit den Nachbarregionen sind entscheidend, um konkrete und nachhaltige Lösungen für Ostbelgien zu ermöglichen.

Ecolo Ostbelgien