Eine Analyse der Messergebnisse zeigt, dass die belgischen Grenzwerte für Stickstoffoxide (u.a. Resultat der Dieselmotoren) von 40 mg/m³ Luft an keiner, der von uns installierten, Messstellen1 überschritten wurden. Erfreulich ist, dass z.B. vor den Schulen der Gemeinde Raeren keine erhöhten Werte zu verzeichnen sind. Dies ist eine gute Nachricht und zeigt, dass es wichtig ist klare Analysen zu machen bevor Vermutungen in den Raum gestellt werden und die Bevölkerung durch Radiospots verunsichert wird.

Keine Aufregung also? Jein!

  1. NO2 ist auch in geringeren Mengen stark gesundheitsschädlich.2
  2. Die Festlegung der Grenzwerte auf 40 mg ist sehr hoch, in der Schweiz gelten 30 mg.
  3. Die Auswahl der Messstationen entspricht nicht den tatsächlichen Gegebenheiten: Für Eupen wird ein Messwert an der Station in Baelen (500 m abseits der N61) angegeben, der für 2017 bei 9,8 mg lag. Die Haasstraße zeigte aber in unseren Messungen einen Wert von 23,4 mg.

Besondere Belastungen ergeben sich auch in Eynatten am Kreisverkehr mit dem höchsten gemessenen Wert. Dieser ist mit 26 mg/m³ Luft schon an der Grenze der Empfehlung für die Schweiz.

Die Ergebnisse verdeutlichen klare Unterschiede – stellenweise eine Verdoppelung der gemessenen Belastung – zwischen den einzelnen Straßenzügen und Orten. Deshalb ist es umso wichtiger, flächendeckend Messungen durchzuführen, insbesondere an viel befahrenen Straßen, wo das Risiko einer erhöhten Belastung deutlich höher ist.

Dies wäre in unseren Augen aber auch notwendig für die Hauptverkehrsachsen in Eynatten, Lontzen/Herbesthal und anderen Ortschaften der DG. Hier sollten die Gemeinden sich selbst Daten verschaffen, mit denen sie die politische Diskussion führen können. Die Regierung der DG sollte das Heft in die Hand nehmen und für weitere sachliche Analysen sorgen.

Was wir uns vorstellen:

  1. Gerade in der Haasstraße und am Eynattener Kreisverkehr zeigt sich, dass wirksame Maßnahmen zur Begrenzung des Schwerlastverkehrs nötig sind.
  2. Wir brauchen sinnvolle und reizvolle Alternativen zum Individualverkehr: diese können im Ausbau des Fahrradwegnetzes liegen, in der passiven Verkehrsbegrenzung (Attraktivität des ÖPNV: Raeren hat zwei TEC-Zonen, das gibt es sonst nirgendwo; Preisgestaltung des Tickets nach Aachen).
  3. Eigene Messstationen nach den Regeln der EU aufbauen.
  4. Förderung der E-Mobilität durch Errichten von Ladestationen für Elektroautos.

1 Gemessen wurde in Eupen (Marktplatz und Haasstrasse); Raeren (Hauset Kirche, Lichtenbusch Schule, Raeren Rathaus, Eynatten Kreisverkehr) und Lontzen (Walhorn Molkerei, Herbesthal).

2 „Unter Verwendung einer unteren Quantifizierungsgrenze von 10 mg/m³ NO2 wurden für das Jahr 2014 für die kardiovaskuläre Mortalität durch NO2-Langzeitexposition (basierend auf Jahresmittelwerten) 5.966 (95 %-Konfidenzintervall: 2.031 bis 9.893) attributable vorzeitige Todesfälle und 49.726 (16.929 bis 82.456) verlorene Lebensjahre geschätzt. Zwischen den Jahren 2007 und 2014 zeigte sich insgesamt ein leicht abnehmender Trend in Bezug auf die attributablen vorzeitigen Todesfälle. Wichtig ist dabei hervorzuheben, dass sich die hier vorgelegte Abschätzung der Krankheitslast ausschließlich auf die Hintergrund-Konzentrationen für NO2 stützt und somit höhere Konzentrationen, die sich vor allem in städtisch verkehrsnahen Gebieten finden, nicht berücksichtigt werden konnten.“ (https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/quantifizierung-von-umweltbedingten )

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