Lieber Christoph,

hier einige Anmerkungen unsererseits zu deinem Leserbrief:

  • Die Kosten in Höhe von 3,3 Mio. € basieren auf den Einheitspreisen, welche aus der von euch 2019 in Auftrag gegebenen SPI-Studie hervorgegangen sind – nicht etwa auf Berechnungen der CSL, wie Du hier zu vermitteln versuchst.
  • In dem von uns in Auftrag gegebenen Vorprojekt hat das Architekturbüro eine Kostenschätzung in Höhe von 8 Mio. € vorgenommen, die neben der Errichtung eines neuen Schulgebäudes, die Gestaltung der Außenanlagen sowie mögliche Preissteigerungen berücksichtigt.
  • Ein Vergleich mit den Gegebenheiten in Raeren hinkt gleich aus mehreren Gründen. Zum einen handelte es sich bei den an der Schule Driesch durchgeführten baulichen Maßnahmen um eine Kombination aus Altbausanierung und -erweiterung – in Lichtenbusch dagegen um einen Neubau. Zum anderen ziehst Du mit den genannten 12 Mio. € einen über 10 Jahre alten Preis heran, der sowohl die Inflationsentwicklung als auch die zwischenzeitlichen Kostensteigerungen in vielen Bereichen außer Acht lässt.
  • Für 28,33 €/m² wird die Gemeinde Raeren keine Wiese zum Halten von Kühen, Pferden oder dergleichen erwerben, sondern ein Grundstück, auf dem eine Schule entsteht. Die Preisformulierung des Immobilienerwerbskomitees bezog sich lediglich auf eine Agrarzone, die auch eine solche bleibt. Bei seiner Einschätzung wurde klar vermerkt, dass ein höherer Kaufpreis aufgrund der neuen gemeinnützigen Zweckbestimmung nachvollziehbar ist. Anders formuliert: Der Preis ist fair und angemessen.
  • Um einen zu hohen Lärmpegel inner- und außerhalb des Schulgebäudes, verursacht durch die Autobahn, musst Du Dich nicht sorgen. Wie von uns angekündigt, ist während des gesamten Schulbauprozesses eine Zusammenarbeit mit entsprechenden Experten geplant, die unter anderem auch dafür Sorge tragen, dass die umliegende Geräuschkulisse auf ein Minimum reduziert wird. Betrachtet man die umliegende Wohnbebauung zeigt sich darüber hinaus, dass diese nicht mit einer angeblich unzumutbaren Lärmbelästigung gleichzusetzen ist. Auch in Zukunft wird man vor diesem Hintergrund in Lichtenbusch sowohl Kinder in Ruhe unterrichten als auch problemlos Fenster öffnen können.
  • Wer im vorgelegten Lastenheft wie Du keine Erweiterung der bisherigen Infrastruktur in Lichtenbusch sieht, war offensichtlich selbst noch nie in den Klassen und Containern, über die wir sprechen, wenn von der dortigen Schule die Rede ist. Gemeinsam mit der Lehrerschaft haben wir eine Raumplanung ausgearbeitet, die existierenden Bedarfen gerecht wird und aufgrund ihrer Flexibilität Raum für nachträgliche Veränderungen im Zuge eines vertieften Austauschs mit dem Architekten lässt. Ein großzügig bemessener Multifunktionsraum, ein festes Lehrerzimmer und genügend Klassen- und Gruppenzimmer stehen dabei nur beispielhaft für eine Vielzahl an Räumen, die wir in der jetzigen Schulinfrastruktur nicht vorfinden und widersprechen deiner Argumentation.
  • Die Gemeinde Raeren wächst. Heute leben 11.000 Menschen auf dem Gebiet der Gemeinde Raeren und wenn wir uns die Neubaugebiete anschauen, die kurz- bis mittelfristig entstehen, dann werden wir unsere Infrastruktur an allen Schulstandorten anpassen müssen. Diesen Ausbaubedarf in Hauset, Eynatten und selbst Raeren gilt es durch einen Schulentwicklungsplan mit Weitsicht zu erfassen und zu finanzieren.
  • Lediglich in Eynatten verfügen wir momentan noch über räumliche Kapazitäten, sodass eine Zusammenlegung der Kindergärten und Primarschulen von Eynatten (aktuell 193 Kinder) und Lichtenbusch (aktuell 166 Kinder) – käme einer Verdopplung (359 Kinder) des Standortes Eynatten gleich – die eigentliche Problematik nur kurzfristig verlagern bzw. die Gesamtsituation in der Gemeinde schlagartig verschärfen würde. Darüber hinaus ist die von Mit uns angestrebte Fusion nicht deutlich kostengünstiger, wie von Dir geschildert, sondern mindestens genauso teuer. Die von Euch in Auftrag gegebene Studie bei der SPI kommt sogar zu dem Schluss, dass die Fusion der beiden Kindergärten und Primarschulen am Standort Eynatten in Wahrheit noch teurer ausfallen würde.
  • Wir haben das Mitwachsen unserer Schulstandorte sehr genau im Blick und werden hierzu weiter eine detaillierte Planung vornehmen. Dabei können wir Dir versichern, dass wir durch eine auf klare Prioritäten setzende und nachhaltige Finanzpolitik für unsere Kinder nicht nur die Entwicklung aller vier Schulstandorte in der Gemeinde Raeren quantitativ und qualitativ absichern werden, sondern unseren Kindern auch weiterhin eine finanzstarke Gemeinde überlassen werden. Das betrachten wir als eine unserer wichtigsten Zielsetzungen.

Es grüßen Dich

Ecolo Raeren & Gemeinsam Vorwärts CSL

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