Während viele Ukrainer noch kämpfen und ihr Land verteidigen, fliehen Hunderttausende vor Putins Angriff. Diesen von den Russen Vertriebenen müssen wir, im Namen eines geeinten und solidarischen Europas, Hilfe und Unterschlupf bieten. Wichtig ist, dass im Moment die Nachbarländer der Ukraine, die Flüchtlinge erstaufnehmen, nicht alleine gelassen werden.

Aktuell gibt es schon viele lobenswerte Initiativen, auch in Ostbelgien und von Ostbelgiern, aber man darf der Zivilgesellschaft nicht die ganze Arbeit überlassen. Die Politik muss auch aktiv werden. In diesem Zusammenhang plädiert Ecolo für die Einrichtung einer föderalen Koordination, um die auf kommunaler Ebene gemachten Vorschläge für Bürgerhilfen weiterzuleiten.

Ingrid Rosenstein erklärt: „Alle, die Widerstand leisten, egal welcher Nation, verdienen unseren Respekt. Es gehört viel Mut und Entschlossenheit dazu, sich einer Großmacht zu widersetzen.“

Die Entscheidung des Europäischen Parlamentes, Russland und Belarus aus dem SWIFT-System auszuschließen und die Abhängigkeit der Mitgliedstaaten von russischem Gas, Uran und Öl zu verringern, ist ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung. Es kann nicht sein, dass wir in Zeiten der zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels in unserer Energieversorgung weiterhin mit autokratischen Regimen Geschäfte machen und ihnen dadurch Devisen liefern, die sie für ihre Macht und ihre sinnlosen Angriffskriege einsetzen. Mehr denn je stehen wir vor der Notwendigkeit, endlich die erneuerbaren grünen Energieträger auszubauen und auf diesem Wege energieautark zu werden.

Die Europäische Union kann endlich zeigen, dass sie als Gemeinschaft entscheidungs- und handlungsfähig ist und die Fähigkeit hat, Solidarität zu zeigen. Wir haben die Pflicht, Menschen, die vor dem Schrecken des Krieges fliehen, aufzunehmen, zu unterstützen und ihnen einen sicheren Platz zu bieten. Auch Ostbelgien soll hier seinen Beitrag leisten“, meint Pascal Collubry.

Den Demokratiewillen in der Ukraine werden die Russen nicht unterdrücken können, Die Europäische Union und damit wir alle stehen an einem Wendepunkt. Die Verteidigung der Freiheit, das Recht auf Selbstbestimmung und die Ausübung der eigenen Sprache sind unter anderem das, was den europäischen Gedanken ausmacht. Ostbelgien ist ein starkes Beispiel für genau diese Werte.

Wir hoffen nun, dass es schnell zu einem ersten Waffenstillstand kommt, der es auch wirklich erlaubt, Zivilisten zu evakuieren. Auch wenn es aktuell leider nicht so aussieht“, setzt Pascal Collubry fort.

Ingrid Rosenstein und Pascal Collubry

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