Rückblick zur Veranstaltung “Mach’ mit uns ein Fass auf” zum Thema “Älter werden”.

Wie wollen wir im Alter leben? Was bedeutet es, aktiv zu bleiben, Zeit für sich und seine Interessen zu haben und sich weiterhin in die Gesellschaft einzubringen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich Ecolo Ostbelgien und GroenPlus am 25. August bei einem zweisprachigen Themenabend zum Thema „Älter werden“.

Im Mittelpunkt des Abends stand der direkte Austausch mit den rund 90 Besucherinnen und Besuchern im Kloster Heidberg. Statt ausschließlich über das Alter zu sprechen, kamen fünf Personen zu Wort, die selbst bereits mitten in dieser Lebensphase stehen und in kurzen Impulsbeiträgen ihre persönlichen Erfahrungen, Wünsche und Perspektiven teilten.

Dabei wurde unterstrichen, dass die Selbstwahrnehmung auch im Alter mit dem eigenen Engagement zusammenhängt. Trotz alltäglicher Wehwehchen könne man auch mit über 80 Jahren ein schönes, selbstbestimmtes Leben führen. Bewegung, der direkte Austausch mit dem Umfeld, Kultur, gesellschaftliches Engagement, Lesen und Offenheit prägten einen vielfältigen Alltag. Zugleich wurde der Wunsch nach Anpassungen im Alltag geäußert, die älteren Menschen zugutekommen – etwa bei Mobilität, der Erreichbarkeit von Diensten und medizinischen Angeboten sowie bei der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe. Verbesserungen in diesen Bereichen kämen schließlich Menschen aller Altersklassen zugute. Auch die gesellschaftliche Bedeutung der über 65-Jährigen wurde hervorgehoben: Sie stellten fast ein Drittel der Gesamtgesellschaft, würden jedoch häufig als Last wahrgenommen. Dabei sei ihr Beitrag zum gesellschaftlichen Leben beträchtlich. Kinderbetreuung, Vereine und Ehrenamt seien vielfach auf ihren Einsatz angewiesen. Entsprechend wurde ein positiveres Bild des Alters unterstrichen.

An die Impulse schloss sich eine angeregte Diskussionsrunde mit dem Publikum an. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Vorstellungen vom Älterwerden sein können – und gleichzeitig, wie viele Fragen uns unabhängig vom aktuellen Lebensalter beschäftigen. Wie können wir möglichst lange selbstbestimmt leben? Wie schaffen wir gute Rahmenbedingungen für gesellschaftliche Teilhabe? Und wie kann eine Gesellschaft aussehen, in der Menschen in jeder Lebensphase ihren Platz finden?

„Älter werden ist kein Thema, das nur die ältere Generation betrifft. Es ist eine Lebensphase, die uns allen bevorsteht und über die wir deshalb frühzeitig miteinander sprechen sollten“, so die Organisatorinnen und Organisatoren von Ecolo Ostbelgien und Groen+. Der zweisprachige Charakter des Abends unterstrich dabei auch die Bedeutung des Austauschs über Sprach- und Gemeinschaftsgrenzen hinweg.

Ein mögliches Fazit des Abends zog Moderator Andreas Jerusalem: “Egal, ob ein Mensch als alt angesehen wird, er alt ist, oder ob er sich nur alt fühlt jeder hat ein Recht auf Selbstbestimmung, Teilhabe und ein erfülltes Leben.” Damit verband er einen klaren Aufruf an die Politik:  “Ältere Menschen müssen als gesellschaftliche Akteure und als Partner wertgeschätzt und einbezogen werden. Auf dem Weg zu einer inklusiveren Gesellschaft, in der das Miteinander der Generationen als Leitfaden für politische Entscheidungen dient, ist ihre Erfahrung ein wertvoller Schatz.”

 

6 Menschen stehen vor dem Kloster Heidberg mit Fahnen von Ecolo und Groen Plus. Von Links zu Rechts: Franziska Franzen (Co-Präsidentin des Regionalverbands Ecolo Ostbelgien), Nora Bertels (Rednerin), Andreas Jerusalem (Ecolo Abgeordneter im PDG), Herman Dupré (Redner), Lambert Jägers (Redner) und Margit Meyer (Rednerin).