Freddy Mockel: „Die Bevölkerung hat ein Recht zu wissen, was über ihren Häusern fliegt und welchen Risiken sie ausgesetzt ist.“
Der Absturz einer Militärdrohne bei Büllingen und die Einschränkungen für den geplanten Windpark Wolfsbusch in Amel werfen neue Fragen zu den Drohnenaktivitäten rund um den Truppenübungsplatz Elsenborn auf. Freddy Mockel (Ecolo) fordert mehr Transparenz über die Pläne des Verteidigungsministeriums und die Folgen für die Bevölkerung und die Energiewende.
Am 25. März 2026 verabschiedete das Wallonische Parlament eine Resolution zur Förderung einer wallonischen Anti-Drohnen-Industrie. Ecolo enthielt sich bei der voreiligen Abstimmung, da wesentliche Fragen unbeantwortet blieben.
So bestätigte Wirtschaftsminister Pierre-Yves Jeholet kürzlich auf Nachfrage von Mockel im Parlament, dass diese Förderung – im Gegensatz zu dem, was in der Resolution behauptet wird – nicht zwischen defensiven und offensiven Technologien unterscheidet, also zwischen Abwehr und Angriff. Zudem bestätigte er, dass die Entwicklungen nicht nur zur Deckung des belgischen Bedarfs dienen, sondern auch für den Export auf den internationalen Markt vorgesehen sein könnten. Es stellen sich somit auch bisher unbeantwortete Fragen zur Exportkontrolle und zur tatsächlichen Verwendung der entwickelten Technologien.
Zur gleichen Zeit muss der genaue Standort des geplanten Windparks Wolfsbusch wegen des militärischen Drohnentestgebiets neu geplant werden. Fragen zur Nutzung von Drohnen über Ostbelgien wirft auch die am 12. Oktober nahe Büllingen aufgrund eines technischen Defekts notgelandete luxemburgische Militärdrohne auf. Die große Drohne wurde dabei erheblich beschädigt. Gleichzeitig möchte man ein großes Gebiet wegen Drohnenübungen quasi zum Windkraftsperrgebiet erklären. Das geht so weit, dass sich momentan geweigert wird, selbst die in den kommenden Jahren anstehende Erneuerung bestehender Eifeler Windparks zu erlauben.
„Wir brauchen in Belgien eine klare Strategie zum Schutz vor Drohnen. Aber man kann dem nicht alles unterordnen. Die Bevölkerung und die betroffenen Gemeinden müssen transparent darüber informiert werden, welche Aktivitäten geplant sind. Die Menschen haben ein Recht darauf zu wissen, was über ihren Häusern und Grundstücken fliegt, welche Risiken bestehen und welche Einschränkungen daraus entstehen“, erklärt Freddy Mockel.
Ecolo fordert transparente Informationen über die Ausmaße und Nutzungsbedingungen des Testgebiets, eine nachvollziehbare Bewertung der Sicherheitsrisiken sowie eine frühzeitige Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden und Behörden. Auch die Auswirkungen auf weitere Windkraftprojekte und damit die Energieunabhängigkeit Belgiens müssen offengelegt werden. „Sicherheit braucht Vertrauen. Und Vertrauen setzt Transparenz voraus“, so Mockel abschließend.