Frage von  Marc NIESSEN an Minister MOLLERS

Am 18. Oktober verkündete Ihr Ministerkollege Minister Jean Claude Marcourt, dass die Reform der Lehrerausbildung, das wichtigste Dossier seiner Legislaturperiode, in den Startlöchern steht. Das Ziel der Reform ist, laut Marcourt: « de mieux armer les enseignants pour faire face à la complexité croissante de la fonction, pour soutenir la réussite de tous et pour revaloriser le métier ».
Ich erläutere kurz, wie die Gesamtheit aller Lehrerinnen und Lehrer in Zukunft in der Wallonie ausgebildet werden:

Die Studiendauer wurde von drei auf vier Jahren zum Master erhöht. Im Anschluss kann in einem fünften Jahr noch eine Spezialisierung absolviert werden.
Zugleich wurden vier „Altersstufen“ geschaffen, nach denen die Studenten in Zukunft gruppiert werden:

  • Gruppe 1 unterrichtet vom Kindergarten bis zum zweiten Schuljahr und wird darauf vorbereitet, alle Fächer zu unterrichten.
  • Gruppe 2 unterrichtet vom dritten bis zum sechsten Schuljahr, ebenfalls alle Fächer.
  • Gruppe 3 unterrichtet vom fünften Primarschuljahr bis zum dritten Jahr der Sekundarschule jeweils eine Auswahl von verwandten
  • Fächern.
  • Gruppe 4 unterrichtet ein spezielles Fach vom dritten Jahr Sekundarschule bis zum Abitur.

In dieser letzten Gruppe ist das Studium grundsätzlich auf fünf Jahre angelegt:  Entweder in Form eines fünfjährigen Lehrerstudiums, oder aber als Fachstudium, beispielsweise Geschichte oder Mathematik, mit einem zusätzlichen Jahr zur Lehrbefähigung.
Um Zugang zum Studium zu erhalten müssen alle Studenten eine Französischprüfung ablegen. Bestehen sie diese nicht, dürfen sie zwar an den Unterrichten teilnehmen, aber beim zweiten Nichtbestehen um Weihnachten einen Förderunterricht absolvieren.
Eine weitere Neuerung im Dekret sieht die Kooperation zwischen Hochschulen und Universitäten vor. Alle Studenten sollen in Zukunft co-diplomiert sein.

Soviel also zu den Entwicklungen in der Französischen Gemeinschaft.
Auch in der DG spricht man schon lange von einer Reform der Lehrerausbildung. An unserer Autonomen Hochschule gibt es eine Arbeitsgruppe zum Thema. Allerdings sind seit längerer Zeit keine Informationen mehr gekommen.
Daher meine Frage an Sie, werter Herr Minister,

  • Wie ist der aktuelle Stand der Dinge zur Reform der Lehrerausbildung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft?
  • Welche konkreten Arbeitsschritte stehen an der AHS als nächstes an?
  • Gibt es konkrete Kontakte zum französischsprachigen Landesteil, um sich deren Überlegungen und Planungen eventuell anzuschließen, was in Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Universitäten unbedingt nötig wäre.

Marc Niessen

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