Am 11. April wurde der Bildungsminister im Rahmen einer Kontrollsitzung im PDG nach Unterrichtsausfällen in den Sekundarschulen der DG befragt. Er konnte leider keine Zahlen liefern, da die Verwaltung nicht über ein genaues Bild in Bezug auf Fehlstunden und Unterrichtsausfällen verfügt. Er informierte sich daher bei den Schulsekretariaten und schlussfolgerte, dass es in den größeren Sekundarschulen „hier und da“ zu kurz- oder längerfristigem Unterrichtsausfall kommt. Dass es einen Fall gibt, bei dem während 5 Monaten in einer Klasse kein Deutschunterricht erteilt wird, mussten wir aber aus der Presse erfahren. Für die Frankophonen Schüler dieser Klasse kann dieser Ausfall weitreichende Folgen haben.
Nun, nachdem sich Eltern an die Presse gewandt haben, erklärt der Minister das Problem zur „Chefsache“. Doch Personalbesetzungen an Gemeinschaftsschulen läuft ohnehin stets über das Ministerium der DG Die Unterstützung von Schulen im Fall längerfristiger Ausfälle müsste also ohnehin Chefsache sein.
Der Unterrichtsminister wünscht sich schon seit einigen Jahren eine Software, mit der alle ausgefallenen Stunden und Vertretungsstunden dokumentiert werden. Diese gibt es aber zurzeit nicht. Doch statt sich der Situation zu ergeben müssen zumindest Übergangslösungen her. Wenn wir etwas gegen den Lehrermangel unternehmen wollen, müssen wir auch wissen, wie es damit real während dem Schuljahr aussieht.
Außerdem stellen wir uns nun natürlich die Frage, ob diese Situation noch anderswo in der DG herrscht, ohne dass der Minister Kenntnis davon hat – denn noch ist die Softwarelösung schließlich Zukunftsmusik.

Andreas Jerusalem
Ecolo-Kandidat für die PDG-Wahlen, 3. Platz

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