Zum Schulbeginn hat Ecolo-Ostbelgien mit einer neuen Initiative dazu beigetragen, Schulkosten zu senken. Dazu wurden in jeder DG-Gemeinde Tauschplätze installiert. Dort kann jeder nicht mehr genutztes Schulmaterial abgeben. Das Material kann dann kostenlos mitgenommen werden. So können Familien, die wenig oder kein Geld für neues Schulmaterial haben, Kosten sparen.

Eigentlich soll der Schulbesuch bis zum Ende der Schulpflicht kostenlos sein. So steht es zumindest in der belgischen Verfassung. Die Realität sieht allerdings anders aus: Vom Kindergarten bis zum Abi wird jedes Schuljahr teurer. Bücher, Schreibmaterial, Klassenfahrten, Essen und so weiter beanspruchen zahlreiche Haushaltskassen. Laut einer Umfrage des Bundes der Familien (Ligue des familles) aus dem Schuljahr 2016-2017 hat in Belgien eine Familie von zehn Probleme, alle Kosten zu stemmen.

Die Schulkosten verschärfen die sozialen Unterschiede zwischen den Schülern. Zahlreiche Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen dem Einkommen der Eltern und dem schulischen Erfolg ihrer Kinder. „Für Ecolo ist klar, dass Geld nicht über schulischen Erfolg entscheiden sollte, deshalb setzen wir uns für kostenlosen Unterricht ein. Wir fordern, dass die Regierung die geltenden Gesetze anwendet und Schulkosten von A bis Z trägt“, erklärt Andreas Jerusalem, Ecolo-Abgeordneter im Parlament der DG, „wir wollen durch die Tauschbörse einen konkreten und konstruktiven Beitrag leisten und Betroffenen helfen, wenigstens einen kleinen Teil der Kosten einzusparen”.

Die Aktion soll aber nicht nur Kosten senken. Sie soll auch Ressourcen schonen, Nachhaltigkeit und Solidarität fördern. Statt Schulsachen wegzuwerfen oder in der Rumpelkammer zu stapeln, kann man ihnen nun ein zweites Leben geben.

Das Material sollte in einem guten Zustand, sauber und trocken sein. „Ganz nach dem Motto: Verschenke nur, worüber du dich auch freuen würdest“, erklärt Andreas Jerusalem die wichtigste Spielregel. Eine aktuelle Liste der Standorte gibt es unter https://dg.ecolo.be/farde-wechsel-dich/.

Es gibt ebenfalls eine Facebookgruppe, in der man auf abgelegte Objekte hinweisen oder nach bestimmten Dingen fragen kann. „Wir hoffen dadurch langfristig eine Plattform zu bieten, durch die Ordner (wie Farden ja eigentlich heißen), Stifte und Spitzer ein zweites, drittes oder viertes Leben erhalten“, so Andreas Jerusalem abschließend.

Unser Dank gilt allen, die einen Standort unterhalten. Ohne diese Unterstützung wäre das Projekt nicht umsetzbar.

Andreas Jerusalem
Abgeordneter der Ecolo-Fraktion im PDG

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