Vergangenen Freitag, am 17. April, war der Internationale Tag der Bauernkämpfe. Dieser Tag soll daran erinnern, dass die Mehrheit der Landwirte mit sehr schwierigen Lebensbedingungen zu kämpfen hat und in einigen Ländern sogar unter starker Unterdrückung leidet. Und doch sind sie es, die all die Lebensmittel produzieren, die wir täglich essen.

Wie jedes Jahr mobilisierte sich die landwirtschaftliche Gemeinschaft, um eine tiefgreifende Veränderung unserer Ernährungssysteme zu fordern. Sie fordert, die Ernährungshoheit und die Widerstandsfähigkeit unseres Produktionssystems zu stärken. Die beispiellose Gesundheitskrise, die wir in diesem Jahr erleben, wirft ein besonderes Licht auf diese offensichtliche Tatsache: Der Nahrungsmittelsektor ist unverzichtbar und lebenswichtig.

Für Ecolo ist die Ernährung ein grundlegendes Thema für eine nachhaltigere und widerstandsfähigere Gesellschaft, die auf wertvolle Landberufe und hochwertige Nahrungsmittel basiert, die in unseren Gegenden verankert sind.

“Auch wenn die Auswirkungen der gegenwärtigen Krise je nach Agrarsektor unterschiedlich sind, lässt sich klar feststellen: die Fragilität unserer Systeme und die mangelnde Widerstandsfähigkeit – wie vereinzelte Engpässe beweisen – in diesem globalisierten Markt. Die Produktion für den Export kann so blockiert werden, während andere Nahrungsmittel, die wir brauchen, auf grausame Weise fehlen”, kommentiert die wallonische Abgeordnete Ecolo Anne Kelleter. “Die Wallonie hat das Potenzial, seine eigene Region, und sogar Brüssel und darüber hinaus zu ernähren. Allerdings schafft sie es zum Beispiel nur 17% des Obst- und Gemüsebefarfs selbst zu produzieren. Wir müssen etwas dagegen unternehmen”, fährt Anne Kelleter fort.

In der Beantwortung von Fragen zu diesem Thema letzte Woche, während der Plenarsitzung des wallonischen Parlaments, betonte auch die wallonische Ministerin für nachhaltige Ernährung, Céline Tellier, die Bedeutung dieser notwendigen Widerstandsfähigkeit im Nahrungsmittelsektor sowie die Verlagerung unserer Produktion im Gesundheitssektor, wie z.B. Masken oder medizinische Geräte.

Für Ecolo muss die Wallonie in der Lage sein, sich selbst die Mittel zu geben, um die Entwicklung nachhaltiger und lokalisierter Sektoren zu unterstützen und zu fördern, auch im Hinblick auf die zu bewältigenden Klimaherausforderungen. Tatsächlich sind die Auswirkungen des Klimawandels, die sich insbesondere in Dürreperioden oder dem Zusammenbruch der biologischen Vielfalt widerspiegeln, zunehmend schädlich und werden die landwirtschaftlichen Erträge und unsere Ernährungssysteme beeinträchtigen.

“Weniger globalisierte, lokalisierte Landwirtschaft und gestärkte Produzenten werden auch unsere Abhängigkeit von externen Inputs und unsere Anfälligkeit gegenüber Veränderungen der Weltmarktpreise verringern. In dieser Hinsicht ist es unerlässlich, die derzeit verhandelten Handelsabkommen wie Mercosur, das Abkommen zwischen der EU und Japan und das CETA in Frage zu stellen”, fügt der wallonische Abgeordnete Jean-Philippe Florent hinzu. Ecolo wird auch besonders darauf achten, dass die Umsetzung der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik), für den Zeitraum 2021-2027, dieses Ziel der Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit verfolgt.

“Die wallonischen Landwirte müssen für alle von ihnen erbrachten Leistungen in den Bereichen Ernährung und biologische und landschaftliche Vielfalt unterstützt werden. Sie müssen auch klare und präzise Anreize für eine nachhaltige Landwirtschaft haben. Ernährungssicherheit ist ein lebenswichtiges Thema. Die Wallonie muss in der Lage sein, quantitativ, qualitativ, diversifiziert und für alle zugänglich zu produzieren, insbesondere im Hinblick auf die Nahrungsmittel, die wir konsumieren. Die Landwirtschaft ermöglicht es, diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, und daran erinnert uns dieser Tag der Mobilisierung einmal mehr”, so Anne Kelleter und Jean-Philippe Florent.

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