Als Eltern möchte man, dass die Kinder sicher zur Schule kommen. Das gilt besonders in Zeiten von Corona. Die beiden Ecolo-Abgeordneten Anne Kelleter und Andreas Jerusalem setzen sich dafür ein, dass die Sicherheit beim Schülertransport nicht auf der Strecke bleibt. Eltern und Schüler sollten nicht zwischen Bus und sicherem Transport wählen müssen.

Die Busse, die morgens die Kinder zur Schule bringen, sind oft überfüllt. Das war schon vorher ein Problem, bekommt aber jetzt mit der Pandemie eine zusätzliche Dimension. Ich kann gut nachvollziehen, dass Eltern sich Gedanken machen, ob ihre Kinder im Bus einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind und als erstes nach Alternativen suchen“, sagt Andreas Jerusalem, der sich im Parlament der DG besonders mit dem Thema Schule auseinandersetzt.

Für den Schülertransport auf regulären Buslinien gelten dieselben Regeln, wie für den Rest des öffentlichen Nahverkehrs. Es gibt keine Begrenzung der Passagieranzahl. Alle Fahrgäste über 12 Jahren müssen eine Maske tragen.

Da im Moment niemand genau abschätzen kann, wie die Situation beim Schulstart aussieht, hat die TEC in Zusammenarbeit mit dem Wallonischen Mobilitätsminister Philippe Henry beschlossen, dass die Passagierzahlen in der ersten Schulwoche täglich, ab der zweiten wöchentlich evaluiert werden. Klar ist laut Kabinett aber jetzt schon, dass bisher weniger Abos verkauft wurden, als in den letzten Jahren“, erklärt Anne Kelleter, Abgeordnete im Wallonischen Parlament.

Auf Basis dieser Evaluation wird entschieden, ob zusätzliche Busse eingesetzt – oder im äußersten Fall die Passagierzahlen begrenzt werden müssen. „Wir werden alles dafür tun, dass da wo zusätzliche Busse verfügbar sind, auf diese Alternative zurückgegriffen wird. Kein Kind sollte an der Haltestelle stehen bleiben müssen, weil in einem Bus schon zu viele Personen sind“, meinen die beiden Abgeordneten.

Ein erstes positives Zeichen ist der zusätzliche Bus, den die TEC ab dem 1. September um 13 Uhr 55 auf der Linie 728 Hauset-Kelmis einsetzen wird1, um die Schüler, die in Deutschland zur Schule gehen, sicher nach Hause zu bringen. „Wir hoffen, dass das auch bei anderen Linien so sein wird, wenn der Bedarf da ist.“

Das Ziel ist klar: Die Schüler sicher und gesund ans Ziel bringen, ohne dass Eltern dafür ins Auto steigen müssen. Die Vermeidung überfüllter Busse und das Tragen einer Mund-Nasen-Maske sind dafür wichtig. „Durch die Evaluation kann das Verkehrsangebot schnell an die Situation angepasst werden. Voraussetzung dafür ist aber, dass auch alle mit dem Bus fahren, die es normalerweise tun würden. Wenn aus Vorsicht nur sehr wenige Bus fahren, kann man nicht sehen, wo mehr Busse nötig sind”, so Anne Kelleter. „Jetzt massiv das Elterntaxi zu reaktivieren ist absolut keine gute Alternative“, ergänzt Andreas Jerusalem. Dann würden die Zufahrtswege verstopft und der Verkehrskollaps zwischen 8 und 9 würde einen neuen Höhepunkt erreichen. Außerdem ginge dies auf Kosten von Luft und Umwelt.

Es gibt es aber auch andere Wege, die den Eltern und Schülern zur Verfügung stehen: “Wer die Möglichkeit hat zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Roller zur Schule zu kommen, soll das natürlich gerne tun. Dabei stärkt man schließlich obendrein das Immunsystem und startet mit Bewegung in einen langen Schultag”, so Andreas Jerusalem. Klar ist aber auch, dass diese Alternativen bei uns im ländlichen Raum nicht immer alltagstauglich sind.

Ecolo ist es wichtig, dass alle Schüler ihren Weg in die Schule finden können, ohne dass sie von ihren Eltern gefahren werden müssen. Hier muss auch die DG ihre Möglichkeiten ausreizen und den Sekundarschülern, die nicht auf Transportmöglichkeiten angewiesen sind, den Weg zu Fuß oder per Fahrrad möglichst vereinfachen. Expertise in Rad- und Wanderwegnetzen hat die DG schließlich.

Doch auch die Schüler selbst sind gefordert, den Weg zur Schule wann immer möglich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu machen. Denn genau so wird jeder Tag ein „Friday For Future“.

Anne Kelleter

Abgeordnete im Parlament der Wallonischen Region

Andreas Jerusalem

Abgeordneter im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft

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